Der Steinheimer Tisch hat einen weiteren Sprössling

Nach dem Nieheimer Tisch haben jetzt auch die Vördener eine Anlaufstelle für Bedürftige

Vörden: „Gott sei Dank hat es geklappt“, sagt Gaby Valentin und meint mit „es“ den Steinheimer Tisch, der es nun geschafft hat, nach der Nieheimer „Filiale“ auch in Vörden einen eigenen Tisch aufzustellen. Gestartet sind die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer am 7. Mai 2024. Bereits bei ihrer zweiten Ausgabe am 14. Mai 2024 können sie sagen, „dass das Ding läuft.“ Und es läuft deshalb gut, weil sich genügend Freiwillige gemeldet haben, die aus Vörden, Bredenborn, Sommersell und Steinheim ins katholische Pfarrheim gekommen sind, um beim Ausladen, Sortieren, Einpacken und Beschildern der Ausgabekisten zu helfen. Gestartet ist der nun Vördener Tisch mit 35 Familien. Nach einer Woche sind es bereits 56 Familien mit insgesamt 121 Personen. Dem Vernehmen nach und der Beobachtung zufolge, sind die am Tisch bedienten Menschen glücklich, denn sie bedanken sich höflich und ihre Augen leuchten. Was der „Tischmutter“ allerdings aufgefallen ist, ist die Herkunft ihrer Kunden. „Wir haben vorwiegend Syrer und Ukrainer“, berichtet Gaby Valentin und merkt an, dass sich bedürftige Deutsche ebenfalls gerne melden dürfen. „Wer in Not ist, der sollte sich nicht genieren und zu uns kommen“, sagt sie, „denn unsere Hilfe gilt allen Menschen.“

Ein kleines Problem haben die „Tischmütter und -väter“ allerdings noch. „Wir könnten einen größeren Raum gebrauchen“, sagt Udo Valentin und hofft diesbezüglich „auf die kreativen Einfälle der Vördener Bürgerinnen und Bürger.“ Das auch deshalb, weil sich das Fernsehen für die unermüdlichen Aktivisten interessierte.

„Tischler“ und „Kunden“ blieben auch dann noch gelassen, als man längere Zeit auf den Schlüssel für das Pfarrheim warten musste.
Obwohl die „tragenden Rollen“ den Ehrenamtlichen nicht immer leicht fallen, sind sie gut gelaunt bei der Sache
Mechthild Siekmann gehört zu den Menschen, die im Ehrenamt den Vördener Tisch decken

© Text und Foto: Josef Köhne

„Wir hoffen auf einen guten Start“

Das Team des Steinheimer Tisches hat Helferinnen und Helfer für Vörden gefunden

Marienmünster: „Wir wollen es versuchen“, teilen Gaby und Udo Valentin den Frauen und Männern mit, die am frühen Abend ins Pfarrheim nach Vörden gekommen sind. Der Versuch gilt erneut der Einrichtung eines von Steinheim aus geförderten Tisches für die in Marienmünster lebenden Bedürftigen.
Mehrfach hat das seit vielen Jahren vorbildlich agierende Team des Steinheimer Tisches bereits den Versuch unternommen, ebenso wie in Nieheim, auch in Vörden eine Ausgabe für Lebensmittel einzurichten. Gescheitert ist das Vorhaben bislang am fehlenden Personal. Da die in Marienmünster als bedürftig festgestellten 34 Familien (vier weitere hängen in der Warteschleife) jedoch in Steinheim endgültig von der Ausgabe ausgeschlossen werden müssen, haben sich insgesamt 11 Personen gefunden, die den Versuch eines eigenen Vördener Tisches wagen wollen.

Die Freiwilligen kommen aus Ovenhausen, Marienmünster, Sommersell und Steinheim. „Tragende Rollen“ werden der Ukrainer Leonid Zavadskyi und der Syrer Hosain Al Mohammed übernehmen. Die weiteren Helfer sind das Ehepaar Siekmann, das Ehepaar Ditte, Elisabeth Gorzolka, Monika Rasche und Ursula Bartsch-Haener. Den PC wird Frank Sauren aus Steinheim bedienen.

Die erste Ausgabe am Vördener Tisch ist für den 7. Mai 2024 in der Zeit von 15:30 Uhr bis 16:30 Uhr vorgesehen. Und wenn alles gut läuft, dann geht’s an den folgenden Dienstagen weiter.

Da die Lebensmittel in Vörden nicht kühl eingelagert werden können, werden sie jeweils unmittelbar vor der Ausgabe von Steinheim aus angeliefert.

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Sie planen wo, wie und wann der Vördener Tisch gedeckt wird: (v. l.) Gisbert Günther, Alfred Wegener, Gabriele Hofmann, Ursula Bartsch-Haener, Gaby und Udo Valentin, Monika Rasche, Hosain Al Mohammed und Leonid Zavadskyi.

© Text und Foto: Josef Köhne

Im Schatten der Kirche gedeiht die Hilfsbereitschaft

Die Zeichen für einen Vördener Tisch stehen auf Positiv

Marienmünster (kö). 200 Lebensmittelkisten füllt das Team des Steinheimer Tisches an jedem Dienstag. 36 davon sind für 94 hilfsbedürftige Menschen in Marienmünster. Doch nun wird es den aktiven Helferinnen und Helfern langsam zu viel und sie wünschen sich nichts mehr, als dass sich nach der im Frühjahr 2023 vollzogenen Gründung eines Nieheimer Tisches auch ein Vördener-, Marienmüsteraner- oder Abtei Tisch bildet.

Um dieses Vorhaben möglichst noch im kommenden Februar auf den Weg zu bringen, hatte das Steinheimer Team um Gabriele und Udo Valentin zu einer Informationsveranstaltung ins Pfarrheim nach Vörden eingeladen. Gefolgt waren dem Aufruf rund 50 Personen, der überwiegende Teil davon Migranten und Geflüchtete. Wie der Tisch in Vörden organisiert, verwaltet, beliefert und betreut werden sollte, darüber informierten die Experten aus Steinheim so intensiv und ausführlich, dass im Ansatz Hilfswillige schon ein wenig nachdenklich wurden. Vor allem aber war es wohl die zu investierende Zeit, die bereits anderweitig engagierten Personen (Familie, Beruf, Vereine, Sozialarbeit) keinen Spielraum mehr übriglässt. Ein weiteres Problem scheint ein geeigneter Raum zu sein, denn das Angebot der Kirchenverwaltung, einen solchen im Pfarrheim anzubieten, schien bei den im örtlichen Kirchenvorstand mitarbeitenden Personen nicht unbedingt auf Gegenliebe zu stoßen. Geschlagen gibt sich Udo Valentin dennoch nicht. Er geht fest davon aus, ein fähiges und bereites Team aus mindestens acht Personen zusammen zu bekommen. Auch das Anmieten eines anderen Raumes hält er für möglich. Fünf Personen, so berichtete er, hätten bereits telefonisch bei ihm ihre Mitarbeit angekündigt. Außerdem wollen die Steinheimer auch weiterhin bei der Beschaffung der Lebensmittel und bei der Warenlieferung behilflich sein. Und es gibt eine hervorragend funktionierende WhatsApp-Gruppe, über die alle Informationen und Anfragen blitzschnell übermittelt werden.

„Auf den ersten Blick erscheint alles sehr kompliziert und aufwändig“, sagen die Tisch-Team-Aktivisten, „aber es ist wie beim Autofahren. Wenn man die Führerscheinprüfung erst einmal bestanden hat, geht plötzlich alles wie von allein.“ Gern gesehen sind im Hilfsteam kräftige Männer, Fahrer, Menschen mit Computerkenntnissen und Übersetzer, die der russischen oder arabischen Sprache mächtig sind.

Träger eines in Vörden aufgestellten Tisches würde die katholische Kirche. Über sie wären die Helfenden versichert und bekämen Unterstützende ihre Spendenquittungen.

Unermüdlich setzen sich Gaby Valentin, Udo Valentin und Annette Wiedemeier für gut funktionierende Tische und damit für hilfsbedürftige Menschen ein.

© Text und Foto: Josef Köhne

Der Platz ist da, es fehlen die „Helfenden Hände“

Das Team des Steinheimer Tisches sucht dringend Ehrenamtler für Marienmünster

Marienmünster: Der Name „Tafel“ ist als eingetragenes Markenzeichen durch die Tafel Deutschland e. V. rechtlich geschützt. Deshalb organisieren sich die ehrenamtlich Helfenden dort, wo es diese Tafel nicht gibt, an Tischen.

So z. B. am Steinheimer Tisch, der seit fast 20 Jahren Menschen ohne ausreichende Einkommen mit Lebensmitteln versorgt. Diese Menschen kamen und kommen zu großen Teilen auch aus Nieheim und Marienmünster. Nieheim unterhält mittlerweile mit Unterstützung der aktiven Steinheimer einen eigenen Tisch. Die Marienmünsteraner aber decken sich mit den notwendigen Lebensmitteln immer noch in Steinheim ein. Dort aber, so berichten die „Tischeltern“ Gaby und Udo Valentin, kommen wöchentlich mittlerweile 200 Haushalte. „Das ist von uns nicht mehr zu schaffen“, sagt Gaby Valentin und hofft darauf, dass es bald auch den „Vördener Tisch“ gibt.

Erste Gespräche haben bereits dazu geführt, dass die dringend benötigten Räume im katholischen Pfarrhaus zur Verfügung gestellt werden. Was nun fehlt, sind die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer. „Natürlich muss man sich auch in diesem Geschäft einarbeiten“, sagen die Valentins, und bieten sowohl „erste Hilfe“ als auch „Praktikumsplätze“ an. Um den Bedürftigen in Marienmünster nun möglichst bald helfen zu können, bitten sie alle diejenigen sich zu melden, die Zeit und ein Herz für andere haben. (Die Ausgabe sollte immer Dienstags erfolgen)

Kontaktaufnahmen sind über Udo Valentin:

>Mobil: 0170 6636977<

>Tisch:05233 7020852<

>WhatsApp: +49 5233 7020852<

oder Marienmünsters Ordnungsamtsleiterin Katharina Rheker >05276 989820< möglich.

Deutsche Knollen für den Steinheimer Tisch

Fünf Hobbybauern spenden 3.500 kg Kartoffeln

Kartoplya heißt sie auf Ukrainisch und Albatatis auf Arabisch. In Armenien ist sie als Kartofil bekannt und Bodebira sagt man in Baden-Württemberg zur Kartoffel. Ganz gleich aber, wie man das essbare Nachtschattengewächs auch nennt: es ist auf der ganzen Welt beliebt und als Nahrungsmittel heiß begehrt. Und wer könnte das wohl besser wissen, als das Team vom Steinheimer Tisch, an dem zurzeit 437 Bedürftige kostenlos mit den notwendigsten Lebensmitteln versorgt werden?

Umso dankbarer sind die ehrenamtlichen „Tischler“ den fünf Hobby-Kartoffelbauern, die den Tisch auch in diesem Jahr erneut mit großzügigen Kartoffelspenden unterstützen. „Wir haben insgesamt rund 3,5 Tonnen bekommen. Das sind rund 8 kg pro Person“, freute sich Tisch-Organisator Udo Valentin beim Eintreffen einer neuen Ladung der vitaminreichen Knollen.

Noch größer ist die Freude, wenn von den Spendern auch noch frische Hühnereier aus der Freilandhaltung oder frisches, eigens für den Tisch angebautes Gemüse am evangelischen Gemeindezentrum abgegeben werden. Warum die Spender sich so großzügig zeigen, darüber muss man nicht raten, wenn man Oliver Volkhausen zuhört: „Wir hatten eine gute Ernte und wir haben ein großes Herz“, sagt er und macht damit deutlich, worauf es im Leben mehr ankommt, als auf dicke Kartoffeln.

 

Ein Herz für andere haben (kniend v. l.) Paul Stratmann, Elisabeth Seifert und Matthias Volkhausen sowie (stehend v. l.) Gabriele Valentin, Valentina Kumarov, Manfred Seifert, Oliver Volkhausen und Udo Valentin.

Der Nieheimer Tisch legt los

In der Ausgabestelle Käsemuseum läuft alles nach Plan

Nieheim: „Es hat klappt hervorragend“, freute sich „Gruppenleiterin“ Brigitte Reineke bei der ersten Ausgabe des neu gegründeten Nieheimer Tisches, und Erwin Nowak lobte die Ruhe und den angenehmen Umgang, den Helferinnen und Kunden miteinander pflegten. Und tatsächlich scheint im Nieheimer Käsemuseum alles nach Plan und zur Zufriedenheit aller abzulaufen. Alles ist aufgeräumt und nirgends ist Hektik zu spüren.
Registriert wurden vom Tisch-Team am ersten Tag 56 Haushalte mit insgesamt 108 Personen. Bedient und informiert wurden diese von 15 Helferinnen und Helfern. „Als sehr hilfreich“, bezeichnete Christa Tomm die Anwesenheit und Unterstützung der Nieheimerin Olga Peters. Die gebürtige Ukrainerin spricht fließend deutsch, ukrainisch und russisch. Damit es zu keinen Spannungen und Rempeleien kommt, hat das Nieheimer Tisch Team eine einfache Regelung eingeführt. „Wir lassen im Abstand von 10 Minuten jeweils 10 Personen rein. Dann haben wir Junge und Alte jederzeit im Blick und können sofort beraten oder anderweitig weiterhelfen“, erklärte Erwin Nowak. Insgesamt, so die Meinung der ersten Nieheimer-Tisch-Gruppe, sei man angenehm überrascht und blicke ganz zuversichtlich und entspannt nach vorne.

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Mit der Unterstützung von Olga Peters (mitten) können sich Erwin Nowak und Olena Bacu sehr gut verständigen.

35.000 Euro für die Lebensmittelausgabestellen im Kreis Höxter.

Vereinigte Volksbank unterstützt Lebensmittelausgabestellen im Kreis Höxter mit großzügiger Spende

„Auch wenn sich in der Bank alles um den Euro dreht, ist es für uns als Genossenschaftsbank Tradition, das Gemeinwesen vor Ort zu fördern. Denn oftmals wird das von starkem Ehrenamt getragen, das auf finanzielle Unterstützung angewiesen ist. Dazu gehören auch die Lebensmittelausgaben, die durch die weltpolitische Dynamik gerade in den letzten drei Jahren stark gefordert waren.“ betont Vorstand Birger Kriwet.
Corona und der Ukraine-Krieg haben vieles verändert. Die Anzahl der bedürftigen Menschen ist rasant gestiegen und über die letzten Jahrzehnte hat zugleich die Spendenbereitschaft abgenommen. „Ein Beispiel ist die Bäckerei-Branche, wo nur noch wenige große Bäckerstuben und Discounter den Markt beherrschen. Dies erschwert die Arbeit von uns Lebensmittelausgabestellen, die auf eine breite Unterstützung angewiesen sind, um Bedürftigen hier im Kreis Höxter zu helfen.“ erzählt Laureta Cabra, Hauptamtliche Koordinatorin vom Mittagstisch Warburg.

In Warburg und Rimbeck werden aktuell 550 Personen wöchentlich versorgt. Hinzu kommen 50 Familien aus der Ukraine, die ebenfalls Hilfe benötigen. Neben der regelmäßigen Versorgung mit Lebensmitteln werden zum Beispiel in Steinheim und Brakel auch Kleidung und Möbel angeboten. In Warburg und Rimbeck gibt es montags einen warmen Mittagstisch. Zudem können sich Kinder und Jugendliche mit Schulmaterialien eindecken. In Peckelsheim, eine Zweigstelle vom Willebadessener Korb, werden Spenden für die Ukraine gesammelt. Im April startet dort bereits der 8. Hilfstransport.

Neben der materiellen Unterstützung ist das Zusammenkommen in den Lebensmittelausgabestellen eine wichtige Stütze im Alltag für die Menschen geworden. Ein Treffpunkt zum Austauschen und der Geselligkeit, was zu Zeiten der Corona-Pandemie besonders gelitten hat. „Es geht darum, den betroffenen Menschen ein Gefühl von Zugehörigkeit und Geborgenheit zu geben und ihnen zu zeigen, dass sie nicht alleine sind“, erzählt Carmen Watermeyer-Fels, die 1. Vorsitzende AWO, vom Lebensmittelkorb in Borgentreich.

Für die bärenstarke Arbeit, hat die Vereinigte Volksbank nun 7×5.000 Euro zugesagt, die an den Steinheimer Tisch, den Mittagstisch Warburg, der Speisekammer Bad Driburg, Tischlein „Deck dich“ in Brakel, Willebadessen Korb, Lebensmittelkorb Borgentreich und der neu gegründete „Nieheimer Tisch“ gehen.

Für die Förderung von sozialen aber auch kulturellen Projekten setzt die Vereinigte Volksbank neben dem Gewinnsparen, die Crowdfundingplattform „Viele schaffen mehr“ ein. Die Plattform wurde Oktober 2018 ins Leben gerufen und ist für die lokalen Vereine und karitativen Organisationen zu einem wichtigen Instrument geworden, um Spendengelder einzusammeln. Gerade für Projekte, die finanziell alleine nicht zu stemmen wären, können über „Viele schaffen mehr“ diese einer breiten Öffentlichkeit präsentiert werden. Einzelspenden werden von der Vereinigten Volksbank mit einem Co-Funding Beitrag bezuschusst. So werden aus vielen kleinen Spenden eine große Fördersumme, die dazu beiträgt, Projekte zu realisieren, die zuvor unmöglich gewesen wären. „In der Gemeinschaft sind alle Herausforderungen zu schaffen. Deswegen wird für uns als Genossenschaftsbank die Förderung von lokalem Gemeinwesen ein wichtiger Bestandteil bleiben“, ergänzt Vorstand Sascha Hofmann.

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Zur Spendenübergabe trafen sich v. l .n. r. Vorstand Sascha Hofmann (Vereinigte Volksbank eG), Ehrenamtliche Mitarbeiterin Gabriele Valentin (Steinheimer Tisch), Ehrenamtliche Mitarbeiterin Gabriele Elbrecht-Hülseweh (Tischlein Deck Dich in Brakel), 1. Vorsitzende AWO Carmen Watermeyer-Fels (Lebensmittelkorb Borgentreich), Hauptamtliche Koordinatorin Laureta Cabra (Diakonie Warburg), Ehrenamtlicher Mitarbeiter Paul Arens (Willebadessener Korb), Ehrenamtlicher Mitarbeiter Heinrich Lohre (Steinheimer Tisch), Ehrenamtliche Mitarbeiterin Kumarov Valentina (Steinheimer Tisch), Vorstand Birger Kriwet (Vereinigte Volskbank eG)

Ehrenamtliche planen den Nieheimer Tisch

Flüchtlingszahlen und soziale Nöte haben stark zugenommen

Nieheim: Damit sich das Tischlein deckt, bedarf es im Märchen der Zauberkraft. Da auch im wirklichen Leben etliche Menschen nur dann an einem gedeckten Tisch Platz nehmen können, wenn zauberhafte Mitbürger:innen ihnen die notwendigen Nahrungsmittel zur Verfügung stellen, sind in den vergangenen Jahren in den Städten des Kreises Höxter mehrere als Tische oder Tafeln bekannt gewordene caritative Einrichtungen entstanden, in denen sich nachweislich Bedürftige kostenlos oder gegen einen ganz geringen Obolus mit Lebensmitteln eindecken können.

Da auch in Nieheim die Zahl derjenigen Personen zugenommen hat, die der Hilfe bedürfen, planen Ehrenamtliche unter der Leitung des ehemaligen stellv. Bürgermeisters Erwin Nowak nun den „Nieheimer Tisch.“ Erste Vorgespräche fanden bereits statt, bei denen rund 20 Personen ihre Mitarbeit in Aussicht stellten. Am kommenden Donnerstag, 12. Januar 2023, soll es nun um 09:30 Uhr im kath. Pfarrheim ein weiteres Treffen geben, bei dem der Koordinator des Steinheimer Tisches, Udo Valentin, über die von seinem Team gesammelten Erfahrungen berichten und wertvolle Hinweise für den ordnungsgemäßen Betrieb geben wird.

Dabei sollen auch Listen ausgelegt werden, in die hilfsbereite Ehrenamtliche sich mit ihren Namen und möglichen Einsatzzeiten eintragen können. „Wir wissen, dass eine solche Arbeit auf Dauer nicht von ein paar wenigen zu schaffen ist“, denkt Erwin Nowak in die Zukunft, „deshalb hoffen wir auch auf Unterstützung aus den Ortschaften.“ Freuen würde sich das um Nowak versammelte ökumenische Team, wenn sich auch ein paar rüstige Ruheständler für den Transport von Obstkisten und Milchkartons melden würden. Der Aufruf zur Mithilfe geht ebenso an Migranten, die der deutschen Sprache soweit mächtig sind, dass sie als Übersetzer tätig werden können. Personen, die keine Möglichkeit haben am Treffen teilzunehmen, sich aber für eine Mitarbeit am Nieheimer Tisch interessieren, bekommen von Erwin Nowak unter der Telefonnummer +49 171 4858563 weitere Auskünfte.

Laut Auskunft der Stadtverwaltung leben im Januar 2023 etwa 200 Personen in Nieheim, die auf Sozialleistungen angewiesen sind.

Im August 2022 zählte die Bundesagentur für Arbeit für Nieheim 237 SGB II-Leistungsberechtigte.
Die Personenzahl, für die ein sogenannter Tafelausweis ausgestellt wurde, wird von den Planern des Nieheimer Tisches auf etwa 70 bis 90 geschätzt.

Hinweis:  Für den Erhalt kostenloser Lebensmittel wird ein sogenannter Tafelausweis benötigt. Wo dieser zu bekommen ist, weiß die zuständige Stadt- oder Gemeindeverwaltung. Bei der Beantragung sollten die Verdienstbescheinigung, der Rentenbescheid, der ALG-II-Bescheid, Wohngeldbescheid oder sonstige Einkommensnachweise vorgelegt werden. Mitzuführen ist der Personalausweis. Ggfls. ist nachzuweisen, wie viele Kinder im Haushalt leben. Diese Vorgaben verhindern, dass sich unberechtigte Personen an den Tischen und Tafeln bedienen.

Ob der Nieheimer Tisch im Käsemuseum seinen Platz finden wird, steht noch nicht fest.

© Text: Josef Köhne

Steinheimer Tisch sagt „Danke!“

Spendenbereitschaft für Aktion „Weihnachten für alle“ war größer als je zuvor

Knapp 200 Pakete haben die Helfer vom Steinheimer Tisch für die weihnachtliche Ausgabe benötigt – sage und schreibe 153 davon wurden in diesem Jahr gespendet.

„Wir waren überwältigt von den Weihnachtspaketen. So viele hatten wir noch nie!“ – So die Worte des Teams vom Steinheimer Tisch nach der erfolgreichen Ausgabe an die Kunden. 509 bedürftige Personen versorgt der Steinheimer Tisch aktuell – insgesamt waren daher rund 200 Pakete nötig, um jeder der Familien und Einzelpersonen eine weihnachtliche Freude bereiten zu können.

Knapp drei Viertel davon, nämlich 153 Pakete, wurden von den Steinheimer Bürgerinnen und Bürgern sowie teilweise auch von örtlichen Unternehmen weihnachtlich gepackt und im Rahmen der Aktion „Weihnachten für alle“ gespendet. Zwar musste das Team angesichts der stark gestiegenen Kundenanzahl auch selbst noch einige Pakete hinzufügen, aber dennoch: „So groß war die Spendenbereitschaft für die Aktion noch nie.“ Einige bekannte, aber auch viele neue Gesichter kamen vorbei und hatten mit viel Liebe gepackte, weihnachtliche Pakete im Gepäck. So wurden rundherum um die zahlreich enthaltenen Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs etwa Lichterketten angebracht, Kartengrüße beigelegt oder Tannenschmuck als Verzierung verwendet. Auch Spielzeug, Kuscheltiere, Spiele und Bücher wurden gespendet und konnten am Ausgabetag neue Besitzer finden.

gespendete Schals
Besonders gut kamen angesichts der Temperaturen die selbstgestrickten und gespendeten Schals, Mützen und Socken an.

Besondere Freude bei der Ausgabe bereitete die große Menge an eigenhändig gestrickten Mützen, Schals und Socken, die dank zahlreicher fleißiger Spenderhände bereitlagen. „Angesichts der aktuellen Temperaturen, waren die natürlich begehrt und wurden sehr gerne angenommen“, berichtet das Team vom Steinheimer Tisch.

Neben den Paketen, die im Rahmen der Aktion eintrafen, konnten auch viele Geldspenden entgegengenommen werden. Diese kann der Steinheimer Tisch gut gebrauchen, denn im nächsten Jahr steht eine teure Anschaffung an: Ein großer Gefrierschrank muss her, um die wachsende Zahl an gespendeter Tiefkühlware bis zur Ausgabe gut verstauen zu können.

Spielzeug
Auch der Nachwuchs konnte mit Kuscheltieren, Spielzeugen und Büchern gut versorgt werden

„Wir bedanken uns von Herzen bei allen Spenderinnen und Spendern und wünschen, auch im Namen der Kunden, allen frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr!“, so die Organisatoren vom Steinheimer Tisch.

Weihnachten für alle“ sei wieder einmal ein voller Erfolg gewesen.

 

 

Volksbank Höxter spendet 10.500 Euro an die Tafeln im Kreis Höxter

Intensiver Gedankenaustausch mit Vertretern der Initiativen im Volksbank-BeratungsCenter

Kreis Höxter. Bundesweit ist die Lage bei den Tafeln angespannt. Wie sehr das auch für die Initiativen in der Region OWL gilt, das war jetzt Thema eines intensiven Gedankenaustausches zwischen der Volksbank Höxter, Zweigniederlassung der VerbundVolksbank OWL, und Vertretern der Tafeln im Kreis Höxter. Die Volksbank Höxter übergab den sieben Tafeln im Kreisgebiet eine Sonderspende in Höhe von insgesamt 10.500 Euro.

Der Zulauf bei den Lebensmittelausgaben im Kreis Höxter nimmt zu. Gründe sind unter anderem die Inflation sowie der Krieg in der Ukraine und die dadurch steigende Zahl an Flüchtlingen. Zugleich wird es für die Ehrenamtlichen schwerer, ausreichend verwertbare Lebensmittel bereitzustellen. Hinzu kommen hohe Benzinkosten und der Personalmangel. Über all diese Probleme und Herausforderungen sprach Ina Kreimer, als Vorstandsmitglied der Verbund-Volksbank OWL zuständig für die Region Höxter, im BeratungsCenter am Möllingerplatz mit Vertreterinnen und Vertretern der Tafeln.

„Es sind wirklich harte Bedingungen, mit denen die Ehrenamtlichen zu tun haben. Umso beeindruckter bin ich davon, mit welcher Leidenschaft und mit wieviel Herz sie den Bedürftigen und ihren Familien helfen. Dieses soziale Engagement verdient Hochachtung. Und es freut mich, wieviel Dankbarkeit die Initiativen dafür auch erleben“, erklärt Ina Kreimer. Und sie betont: „Deshalb ist es uns als regional verwurzelte Bank besonders wichtig, hier vor Ort zu helfen und die Tafeln zu unterstützen. Schließlich leben sie das vor, was auch uns als Bank antreibt und leitet: Das genossenschaftliche Prinzip der Solidarität.“

Die sieben Tafeln im Kreis Höxter können die jeweils 1.500 Euro gut gebrauchen. Stellvertretend für sie bringt Udo Valentin vom Steinheimer Tisch seine Dankbarkeit zum Ausdruck: „Wir brauchen regelmäßige Spenden, um unsere Arbeit machen zu können. Deshalb sind wir sehr froh über die jahrelange Unterstützung durch die Volksbank Höxter. Es geht auf Weihnachten zu. Da können wir mit dieser Sonderspende sicherlich dazu beitragen, dass diese Zeit für unsere Kunden etwas sorgenfreier wird.“

Allein der Steinheimer Tisch versorgt aktuell etwa 500 Bedürftige mit Lebensmitteln. Das ist fast ein Höchststand. Pro Woche werden bis zu 3 Tonnen Lebensmittel verteilt. „Wir sind auch sehr dankbar dafür, dass Mitbürger und Landwirte uns helfen und Lebensmittel zur Verfügung stellen“, betont Udo Valentin, der seine Motivation so beschreibt: „Es macht einfach Spaß, nicht nur für sich selbst, sondern auch für Mitmenschen Verantwortung zu übernehmen.“